Reisetipps für Zuckerkranke


Diabetes gut im Griff
Reisetipps für Zuckerkranke
goffkein.pro/shutterstock.com

Blutzucker messen, Insulin spritzen, auf die Kohlenhydratzufuhr achten – ein Diabetes macht das Reisen umständlicher, aber keinesfalls unmöglich. Hauptsache, man bereitet sich gründlich auf den Urlaub vor.

Arztbrief in der Landessprache

Schon vier bis sechs Wochen vor der Abfahrt ist für Diabetiker*innen ein ärztlicher Gesundheitscheck anzuraten. Dabei lässt man sich auch einen Arztbrief und eine Bescheinigung für Spritzen, Medikamente und andere Hilfsmittel ausstellen – am besten gleich auf Englisch oder sogar in der Sprache des Urlaubslandes. Auf diese Weise ist man auf Arztbesuche im Ausland vorbereitet und kommt ohne Probleme über die Grenze. Sinnvoll ist auch, eine Reisekrankenversicherung mit Rücktransport abzuschließen, rät der Diabetologe Andreas Leischker.

Insulin darf nicht schwitzen und nicht frieren

Bei der Mitnahme der Medikamente ist vor allem das Insulin ein Knackpunkt. Unter 30° C ist es drei Wochen haltbar, über 30° C nur wenige Tage und über 40° C sogar nur Stunden. Deshalb darf Insulin keinesfalls in einem geparkten Auto liegen bleiben oder ungeschützt im Strandkorb liegen. Hier rät der Fachmann zu einer Kühltasche, kurzfristig kann man das Insulin auch in ein feuchtes Handtuch wickeln.

Aber auch zu kalte Temperaturen machen Insulin unwirksam: Im Flugzeug gehört es deshalb ins Handgepäck und nicht in den Gepäckraum, wo Minusgrade herrschen. Beim Skifahren oder bei Winterwanderungen sollte es frostsicher in einem Brustbeutel unter der Kleidung mitgeführt werden.

Knackpunkt Unterzuckerung

Eine typische Gefahr beim Diabetes ist die Unterzuckerung. Deshalb sollten Diabetiker*innen auf Reisen ihren Blutzucker wiederholt messen und immer Traubenzucker oder ein zuckerhaltiges Getränk dabeihaben. Erhöht wird das Unterzuckerrisiko durch Hitze und Alkohol. Wer gerne einen Sundowner genießt, nimmt dabei am besten immer einen Snack zu sich. Angelsächsisch nennt man diese Kombi auch Cocktail and Carb.

Vor allem nach Alkoholgenuss sollte man vor dem Zu-Bett-Gehen immer den Blutzucker messen. Liegt er unter 120 mg/dl, empfiehlt Leischker ein Betthupferl. Sicherheitshalber stellt man sich bei solch niedrigen Werten den Wecker, um nachts den Blutzucker noch einmal zu kontrollieren. Denn viele Unterzuckerungen treten zwischen 3 und 5 Uhr morgens auf.

Quelle: Ärztezeitung

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